Sandfänge im DWA Ausschuss KA-5 Absetzverfahren

Anmerkungen und Vorschläge im September 2016 zu den laufenden Beratungen des DWA-Ausschusses KA-5 hinsichtlich des DWA Arbeitsberichtes 2008 [8]

am 14. September 2016 an die Mitglieder des DWA- Ausschusses KA-5 versandt

Alle Aussagen zu Sandfängen hängen so lange in der Luft, bis nicht durch ein anerkanntes Prüfverfahren (siehe unten) die bisherigen Ansätze verifiziert sind, verbesserte Ansätze durch die Fachgremien festgestellt und im allgemeinen anerkannt werden. Es ist für jeden Fachmann äußerst schwierig zu akzeptieren, dass man die Sandfangtechnik insgesamt als fraglich bezeichnen muss [1]. So sehen wir uns grundsätzlich bei der Beschreibung der Sandfänge in einer ungewöhnlichen Lage. Gegen diese Behauptung sperren sich verständlicherweise einige Kollegen, die ich herzlich um Verständnis für mein Vorgehen bitte.

Die geltenden Regeln werden im wesentlichen seit mehr als 20 Jahren fast immer nur tradiert (mindestens von 1998 an [12] bis heute) und die Regeln sind in ihrer bisherigen Form meist vage. Der wesentlichste Punkt wäre die erwartete oder erreichbare Sandabscheidung. Hierzu ist bisher kaum etwas ausgesagt. Ein Ansatz findet sich vermutlich nur in [2; 3; 7].

Die Fraglichkeit beginnt schon mit den bisher üblichen Bemessungsvorgaben (zulässige Durchfluss-Geschwindigkeit und Mindestaufenthaltszeit). Von ihrer weiteren Fortschreibung muss dringend abgeraten werden, weil sie theoretisch 1) und praktisch 2) in die Irre führen. Sie müssten ersetzt werden. Im bisherigen Arbeitsbericht von DWA [8] wie auch bei Imhoff [10;11] fehlt der entscheidende Hinweis, dass die Sandabscheidung nur eine Folge der hydraulischen Bedingungen ist, die im Sinne der Sedimentation aber nicht die Durchfluss-Geschwindigkeit und nicht die Mindestaufenthaltszeit sind.

Die Sandabscheidung hängt von den beherrschenden Parametern qA, dT, B und L/B ab [3; 7], das heißt von Flächenbeschickung, Trennkorngröße, Sandfangbreite und vom Längen-Breiten-Verhältnis. Es müßte im Arbeitsbericht auch ein Hinweis auf die planerischen und verfahrenstechnischen Freiheitsgrade bei der Strömungsführung und der Gestaltung der Sandfanggeometrie aufgenommen werden. Hier wäre auch auf die große Bauvolumeneinsparung (!) bei großem Längen-Breitenverhältnis und Zwillingssandfängen hinzuweisen [1; 2; 3] sowie eine damit verbundenen Steuerungsmöglichkeit.

Der allgemein übliche Saugräumer sollte erwähnt und gegen den Schildräumer abgehoben werden. Der Entfall des Sandtrichters bei Einsatz eines Saugräumers ist vielfach vorteilhaft, zumal seine Größe gegenüber dem Sandanfall viel zu groß ist und hauptsächlich auf den früheren Einsatz von Mammutpumpen und deren erforderliche Tiefe zurückzuführen ist. Auch bei Schildräumern sollte der Trichter minimiert werden.

Die an sich bewundernswerte Arbeit von Kalbskopf [13] ist im Arbeitsbericht [8] falsch zitiert und sollte keinesfalls in dieser Form weiter tradiert werden. Für belüftete Sandfänge führte Kalbskopf die Versuche in einem Modellbecken mit 1,5 m² Querschnitt und nur 0,2 m (!) Breite durch, das heißt in einem stationären Versuch ohne Längsdurchfluss. Alle Angaben haben keinen Bezug auf die tatsächlichen Strömungs- und Turbulenzverhältnisse in realen Sandfängen. Kalbskopf selbst warnt an dieser Stelle ausdrücklich vor der Übertragung „auf Becken anderer Größe und Form und mit anderen Umwälzströmungen“ [13].


Die Tab. 3 des Arbeitsberichts von 2008 [8] sollte mindestens hierin verändert werden:

  • die Fließgeschwindigkeit ist kein Bemessungswert [2] und sollte entfallen. Sie könnte höchstens als Richtwert im Beitext genannt und erläutert sein
  • das Maß der Querschnittsfläche sollte auf etwa 4 m² [7] Bild 4 beschränkt werden. 
Es ist eine mögliche Irreführung durch die derzeitigen Bemessungsregeln gegeben. Denn folgt man den Regeln bei der Sandfangauslegung, würden breitere Sandfänge wirkungsvoller als schmalere sein (Berechnungsbeispiele in [1;2]). Aber genau das Gegenteil ist der Fall [1; 2; 3; 7]: die zulässige Flächenbeschickung steigt nämlich nicht mit zunehmender Breite, sondern nimmt mit der Breite ab [7]. Dies wurde auch im großtechnischen Versuch mit Originalsanden bewiesen [2].
  • die Durchflußzeit ist kein Bemessungswert [1] und sollte entfallen. Auch aus dem letzten Arbeitsbericht [8] geht die Unsicherheit des Wertes hervor. Der angegebene Größenbereich ist nicht bedeutsam sondern sogar irreführend.
  • die Beckenlänge sollte mit 10•bSF < lSF < 14•bSF angegeben werden. 
Wenn die Querschnittsfläche beschränkt wird, entfällt das bisherige Größtmaß der Sandfanglänge automatisch. (Das Größtmaß ist gerade einer der bisherigen aus der Luft gegriffenen Werte.)
  • der spez. Lufteintrag sollte drastisch reduziert werden, zum Beispiel auf 0,2 bis 0,5 m³/m³h. Auf die Möglichkeit einer gestuften Belüftung sollte ebenfalls hingewiesen werden [3; 7].
  • der Parameter Flächenbeschickung der Fettfangkammer und sein Bemessungswert sollten entfallen. Er ist kein anwendbarer Bemessungswert. Zudem ist die Fettfangkammer einer geometrischen und hydraulischen Bemessung überhaupt nicht zugänglich [3] Bild 0.1, 2.1. Es gibt keine Flotationsströmung. Die Herkunft des Bemessungswertes beruht auf einer rein unverbindlichen Empfehlung von einstmals, die in der Quelle nicht begründet ist.
  • die Breite der Fettfangkammer sollte entfallen. Sie ist überbestimmt und ergibt sich aus der übrigen Geometrie der Abb. 4.. Sie steht außerdem im Zusammenhang mit der irrelevanten Flächenbeschickung des Fettfangs.
  • die Sandfanggutrinne sollte nicht auf die Breite und Tiefe des Sandfangs bezogen werden. Dagegen kann die Rinne klein ausgebildet werden, weil der Sandanfall pro Räumzyklus sehr klein ist. Eine Überlastung bei Stoßanfall von Sand kann durch die Wahl eines zweckmäßigen Räumzyklusses und durch die Ausschwenkbarkeit der Räumvorrichtung vermieden werden. 

Zum Prüfverfahren  

Sowohl Sandfänge als auch die nachgeschalteten Sandwäscher, Sandklassierer oder Austragsvorrichtungen sind einer Prüfung zugänglich.

Der Sandgehalt im Abwasser ist die große Unbekannte [6], auf die sich alles bezieht. Die bisherigen Messungen und Mutmaßungen könnten sich künftig als überholt erweisen oder sie könnten auch bestätigt werden. Künftig, nicht heute. In der Folge einer angepassten Sandfangtechnik könnten sich auch höhere Abscheidegrade ergeben, worauf vieles hinweist [3]. Außerdem dient ein mit einem Prüfverfahren ermittelter Wirkungsgrad der Beurteilung der einzelnen Sandfänge selbst und ihrer Bemessung sowie der Beurteilung von Verbesserungsmaßnahmen.

In der technischen Diskussion stehen sich gegensätzliche Auffassungen gegenüber. Diese sollten neutral im Arbeitsbericht dargestellt werden.

Die Prüfdauer kann nur identisch mit der Dauer der Prüfsandzugabe sein. Der Zufluss wird „in Paketen“ durch den Sandfang geschoben. Ein solches Paket ist auch der Teil des Durchflusses, der durch die Dauer der Prüfsandzugabe gekennzeichnet ist. Sie hat die für den Prüfvorgang maßgebliche Nenndurchflusszeit (Aufenthaltszeit). Danach hat das Strömungspaket den Sandfang verlassen. In dieser Aufenthaltszeit und nur in dieser Zeit findet die Sandabscheidung des im Strömungspaket enthaltenen Sandes statt. Dies gilt in gleicher Weise für jedes nachfolgende Paket. Jedes Paket hat seine Sandfracht und seine Aufenthaltszeit. Dies folgert zwingend aus Kontinuitätsgründen auch dann, wenn das spezifische Verweilzeitverhalten von einer blockartigen Charakteristik beliebig abweicht.

Im DIN-Ausschuss NA 119-05-36 AA „Kläranlagen“ (Hinweis 4) und [9] stehen zur Zeit zwei Prüfverfahren zur Diskussion, bei denen eine Prüflast der 20- bis 50-fachen Grundlast verwendet werden soll, weil die Messung der winzigen Grundlast nicht möglich ist (Hinweis 5):

Bei dem Verfahren Botsch (Hinweis 6) und [5]) wird der abgeschiedene Sand mit der bestehenden Sandräumung ausgetragen, in einem Container abgeschieden und gewogen.
Bei dem erweiterten Verfahren Hirschbeck/ Günthert (Hinweis 7 und [9]) wird der Sandgehalt durch Teilstromentnahme vor und nach dem Sandfang bestimmt.

Als letzten Sachstand möchte ich feststellen: Der DIN-Ausschuss hatte in der Sitzung am 23.6.2016 gefragt, ob denn Betreiber von Kläranlagen die Durchführbarkeit und Aussicht des Verfahrens Botsch bestätigen würden. 1. Bei meiner Umfrage in meiner Umgebung im Juli/August 2016 haben diese Fragen 9 von 10 Kläranlagen-Betreiber (20 000 EW bis 700 000 EW) bejaht (Hinweis 8), ein Betreiber hatte Bedenken zur Durchführbarkeit, drei weitere Betreiber waren verhindert.
2. Es besteht außerdem die Aussicht, dass das Verfahren Botsch in einer großen Kläranlage relativ bald verwendet wird.

Man kann mit einer echten Sandprobe einfach demonstrieren, wie winzig klein die im Liter Abwasser enthaltene Sandmenge von 10 mg oder 1 mg ist, eine winzige Messerspitze voll. Es ist bei diesem Sachverhalt unerheblich, ob es sich im praktischen Einzelfall gar um 50 mg oder 100 mg handelt. Es bleibt nur eine Messerspitze voll.

Diese winzige Sandmenge kann nach meiner Überzeugung nicht repräsentativ durch eine Teilstromentnahme im erweiterten Verfahren Hirschbeck/ Günthert ermittelt werden, weil die Lage der 2 bis 20 oder auch 100 Sandkörner in einem Liter Wasser völlig beliebig und unvorhersehbar ist.

Ich bin gerne bereit zu einer weiteren Darlegung oder auch zu einer Besprechung an einem genehmen Ort. Ebenso stelle ich bei Interesse die gesamte Fachliteratur zu Sandfängen zur Verfügung.

Hinweise, stark vereinfacht und gekürzt:


Hinweis 1) die Fließgeschwindigkeit ist kein Bemessungswert [1] und sollte höchstens als Richtwert gekennzeichnet sein; denn es handelt sich im belüfteten Sandfang nicht um eine Parallelströmung (wie es fälschlicherweise oft dargestellt ist) und es herrschen in der Walzenströmung ganz andere Absetzbedingungen [2; 3; 7].

Hinweis 2)  Auch wenn man davon ausgeht, dass der tatsächliche Sandanfall im Abwasser unbekannt ist und die realen Sandfänge nach den Regeln bemessen sind, so liegt doch der ausgetragene Sandanfall bundesweit etwa eine Zehnerpotenz unter dem an sich erwarteten Wert [10]. Durch die heutige Regenwasserbehandlung wäre im Gegenteil sogar ein noch höherer Wert des Sandanfalls zu erwarten [8]. Diese Diskrepanz besteht bundesweit [6] und ist unabhängig von Ort und Art der Sandfanganlage [10].

Hinweis 3)  Es bedarf zum grundlegenden Verständnis des Sandfanggeschehens eines sehr großen zeitlichen Aufwandes, den man so nebenbei kaum erbringen kann. Leider gibt es keinen Schnellzugang zur komplexen Sandfangtechnik. In meinem Buch „Sandfang und Fettfang“ [1] habe ich 65 Thesen (Feststellungen, Fragen) zur Problematik der Sandfangtechnik aufgelistet und ansatzweise beantwortet und diese in den Schriften [2; 3; 7] fortgeführt. Eine Diskussion darüber ist mir nicht bekannt, nur die Beanstandung der Wortwahl des Begriffes „Thesen“.

Der allgemeine Informationsbedarf zum Thema Sandfang geht auch aus dem Interesse und den Fragen der Betreiber von 10 Kläranlagen bei meiner Umfrage zu dem Thema Sandfang-Prüfverfahren hervor (siehe Hinweis 8 und [14]).

Hinweis 4)  Der DIN-Ausschuss NA 119-05-36 AA „Kläranlagen“ hatte noch 2013 festgestellt:
„dass für die Kennwerte Korndurchmesser und Abscheidegrad nach DIN 19569-2 in der Praxis kein Nachweis möglich ist (nicht öffentliches Protokoll 2013).“.
In die Neufassung der Norm DIN 19659-2:2016-2 , Entwurf Februar 2016,
„Kläranlagen – Baugrundsätze für Bauwerke und technische Ausrüstungen – Teil 2: Besondere Baugrundsätze für Einrichtungen zum Abtrennen und Eindicken von Feststoffen“ [9]
sollte – auch nach meinem Antrag – ein Prüfverfahren für Sandfänge aufgenommen werden. Leider wird jetzt der Abschnitt „Prüfverfahren“ nach der Einspruchsverhandlung am 23.6.2016 aus dem Normentwurf ausgeschieden, weil die Grundlagen und technischen Sachverhalte noch nicht normfähig sind.

Hinweis 5)  Jahrzehntelang haben wir nach einem Prüfverfahren für Sandfänge gesucht und keines gefunden, sowohl im DIN-Ausschuss NA 119-05-36 AA „Kläranlagen“ (ich war jahrzehntelang Mitglied und stellvertretender Obmann) als auch im ehemaligen Unterausschuss ATV 5.1 „Sandfänge“ des heutigen DWA-Fachausschusses KA-5 „Absetzverfahren“ (ich war dort lange Zeit Mitglied). Die Schwierigkeit liegt hauptsächlich in der winzigen Sandkonzentration im Abwasser und zusätzlich in der Unvergleichbarkeit der Anlagenbedingungen, die sich nicht normieren ließen.

Hinweis 6)  Mir ist mit dem Verfahren Botsch eine besonders einfache und wirkungsvolle technische Lösung gelungen, worauf ich das Verfahrenspatent DE 10 2013 008 698 [5] erhalten habe. Gegenüber dem DPMA (Deutsches Marken- und Patentamt) habe ich die Lizenzbereitschaft erklärt (siehe www.sandnorm.de).
Das Verfahren beruht auf der Verwendung einer Prüflast, die wesentlich größer ist als die Grundlast im Abwasser. Dadurch entfallen alle denkbaren Schwierigkeiten, denn:

  • Das Verfahren kann für beliebige Sandfang-Bauarten und auch für Klassierer und Sandwäscher verwendet werden und auch bei beliebigen topographischen und meteorologischen Verhältnissen,
  • Für den Prüfvorgang spielt die zufällig im Abwasser enthaltene Grundlast an Sand und die zufällige Organik keine Rolle, weil die Prüflast gegenüber diesen Lasten beliebig groß ist,
  • Die Prüfung kann mit jedem beliebigen Sand und mit jeder beliebigen Prüfsand-Menge durchgeführt werden,
  • Der Wirkungsgrad kann für jeden Durchfluss, auch für die Höchstlast ermittelt werden,
  • Die Prüfung kann im laufenden Betrieb des Sandfangs durchgeführt werden,
  • Die Sandentnahme wird mit den vorhandenen Betriebsmitteln vorgenommen,
  • Das gepumpte Sand-Wasser-Gemisch wird in einen getrennten Entwässerungscontainer geleitet, dekantiert und entwässert,
  • Der Wirkungsgrad kann pauschal für die ganze Sandmenge oder mit den Siebkurven des sedimentierten und des eingeworfenen Sandes auch für einzelne Korngrößenklassen bestimmt werden,
  • Der materielle und der personelle Aufwand für die Durchführung des Verfahrens sind gering (siehe Hinweis 8 und [14]),
  • Die Prüfung kann jederzeit wiederholt werden,
  • Der systembedingte Meßfehler beträgt bei einer 20-fachen Prüfsandmenge 5 %, bei einer 50-fachen nur 2 %, bei einer 100-fachen nur 1 %,
  • Mit dem ermittelten Wirkungsgrad kann rückschließend die tatsächliche Sandfracht im Abwasser bestimmt werden!.


Hinweis 7)  Das erweiterte Verfahren Hirschbeck/Günthert (siehe [9]) benutzt ebenfalls eine wesentlich erhöhte Prüflast.

Man muss bei der Probenahme berücksichtigen, dass es sich bei dem Sandgehalt im Abwasser nicht um einen Stoffparameter handelt, wie zum Beispiel Temperatur, Dichte, pH-Wert. Dann wäre eine Teilstromentnahme angemessen. Die wenigen Sandkörner dagegen sind im vergleichsweise großen Wasservolumen ungleichmäßig nach den herrschenden hydraulischen Bedingungen verteilt.

Warum ist die verfahrensbedingte Teilstromentnahme im Sandfangeinlauf und im Sandfangauslauf als kritisch anzusehen wie auch die daraus abgeleiteten Werte und Funktionen? Jedefrau/jedermann kann sich von der Schwierigkeit einer derartigen Probenahme überzeugen. Dazu gebe frau/man einer Messerspitze Sand in ein Glasgefäß mit einem Liter Wasser. Dann versuche frau/man, die Sandkörner zu orten und im Sinne einer Teilstromentnahme mit einem kleinen Schlauch, der als Heber wirkt, zu entnehmen. Sandkörner würden nur durch Zufall erfasst. Auch die bevorzugte Entnahme im Sohlbereich und/oder durch eine erhöhte Turbulenz (was aber ist das und wie ist ihre Größenordnung definiert?) schaffen keine statistisch vertretbaren Ergebnisse. Keinesfalls liegen Versuchsbedingungen vor, die allgemein beschreibbar und nachvollziehbar sind.
Bei weiterem Interesse können im Glasgefäß auch der Durchfluss und eine Zusatzturbulenz simuliert werden. Dadurch steigt das Maß der Zufälligkeit.

Schließlich dürfte es äußerst schwierig sein, die Zahl der erfassten Sandkörner und die Größe des Teilstroms in eine mathematische Beziehung zu bringen.

Zusätzlich erschwert wird die Probenahme nach dem Sandfang ja dadurch, dass der Sandgehalt definitionsgemäß nach dem Sandfang wesentlich geringer sein soll als im Zulauf, z.B. nur noch 5-10%. Wie wenige Körner sind es dann und wie schwierig ist dann eine statistische einwandfreie Erfassung (im wahrsten Wortsinn)? Das ändert sich auch nicht bei der 20- bis 50-fachen Prüfsandmenge.

Alle Ergebnisse einer Teilstromentnahme sind daher im erweiterten Verfahren Hirschbeck/Günthert nicht repräsentativ.

Hinweis 8)  Zur Umfrage [14] habe ich folgende Kläranlagen besucht:

Kläranlage

EW

PLZ

Gemeinde

zustimmende Betreiber

Eggenstein

20000

76344

Eggenstein-Leopoldshafen

AZV AV Kammerforst

28500

76689

Karlsdorf-Neuthard

AZV Am Walzbach

29200

76356

Weingarten

AZV Oberer Kraichbach

30000

75034

Oberderdingen

Bruchsal

50000

76646

Bruchsal

AV Weissach und oberes Saalbachtal Heidelsheim

100000

75015

Bretten

AV Murg

140000

76437

Rastatt

Karlsruhe

700000

76187

Karlsruhe

Ingenieurbüro Weber-Ingenieure

 

75177

Pforzheim

verhinderte Betreiber

Berghausen

19000

76327

Pfinztal

AV Pfinztal, KA Kleinsteinbach

32000

76327

Pfinztal

AV Unteres Albtal, KA Neurod

40000

76337

Waldbronn

nichtüberzeugte Betreiber

Pforzheim

250000

75122

Pforzheim

 

Um die Prüfung vorzubereiten, ist auch die Kenntnis der Pumpleistung, der Räumergeschwindigkeit und der Containermaße erforderlich neben der Kenntnis der Anlagenwerte (EW, Sandfangaufbau und Geometrie, jährlicher und sekündlicher Durchfluss, jährliche Sandabfuhr).
Die Fragen der Betreiber hinsichtlich einer Sandfangprüfung konnten zufriedenstellend beantwortet werden. Bei Interesse schicke ich gerne eine Liste der aufgetretenen 22 Fragen zu.

Auszug zur Literatur

[ 1 ] Botsch, B., Sandfang und Fettfang, Hydraulik und Verfahrenstechnik – Neue Bemessungsansätze, Vulkan-Verlag Essen, 2010, ISBN 978-3-8027-2559-3
[ 2 ] Botsch, B., Versuch einer Sandfangbemessung auf der Grundlage einer Typisierung unter Verwendung der numerischen Strömungssimulation, Bertram Botsch, Karlsruhe, 2011, ISBN 978-3-00-037919-2
[ 3 ] Botsch, B., Sandfang-Leitfaden – für Betreiber und Planer, Effizienzsteigerung, erweiterte Anwendung, Prüfmethode, Hydrosandfang, Vulkan-Verlag Essen, 2013, ISBN 978-3-8027-2565-4
[ 4 ] Botsch, B., Der Sandwäscher als limitierende Größe von Sandfanganlagen – Die vernachlässigte Wechselwirkung von Sandfang und Sandwäscher, Korrespondenz Abwasser KA 61 (2013)
[ 5 ] Botsch, B., Deutsches Patent DE 10 2013 008 698 „Verfahren zur Prüfung von Sandfängen in Kläranlagen. 2013
[ 6 ] Botsch, B., Sandanfall in kommunalen Kläranlagen, Literaturübersicht  und Vergleich von veröffentlichten Zahlenwerten, Korrespondenz Abwasser KA 63 (2016)
[ 7 ] Botsch, B., Sandfänge, Die Bedeutung von Flächenbeschickung und Normabscheidung, Sandbank in erster Walze (Hydrosandfang), Edition Botsch, 2016, ISBN 978-3-981 8010-1-9
[ 8 ] DWA-Fachausschuss KA-5 Absetzverfahren, Sandfänge-Anforderungen, Systeme und Bemessung,  Arbeitsbericht, Korrespondenz Abwasser KA 55 (2008)
[ 9 ] E DIN 19569-2:2016-2 Kläranlagen – Baugrundsätze für Bauwerke und technische Ausrüstungen – Teil 2: Besondere Baugrundsätze für Einrichtungen zum Abtrennen und Eindicken von Feststoffen, Entwurf (2016)
[ 10 ] Imhoff, K. und Imhoff, K.R., Taschenbuch der Stadtentwässerung, 30. Auflage, München, Wien, (2006)
[ 11 ] Imhoff, K., Imhoff, K.R., N.Jardin Taschenbuch der Stadtentwässerung, 31. Auflage, München, Wien, (2009)
[ 12 ] ATV-Fachausschuss 2.5 „Sandfänge“, ATV-Arbeitsgruppe 2.5.1, Sandabscheideanlagen (Sandfänge und Sandfanggut-Aufbereitungsanlagen), Arbeitsbericht, Korrespondenz Abwasser KA 45 (1998)
[ 13 ] Kalbskopf, K.-H., Über den Absetzvorgang in Sandfängen, Veröffentlichungen des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft der TH Hannover, Heft 24, (1966)
[ 14 ] Botsch, B., Durchführbarkeit und vermutete Wirksamkeit des Prüfverfahren nach [5], Umfrage bei 9+1 Kläranlagen von 20 000 EW bis 700 000 EW in der Umgebung von Karlsruhe, Eingabe zur Diskussion des Normentwurfs E DIN 19569-2:2016-2 (2016), nicht veröffentlicht


PS: Meine Nachweise widersprechen vielen Aspekten des Standes der Technik. Das findet nur zurückhaltenden Beifall. Darum geht es nicht. Bedeutsam ist, dass bisher noch keine meiner Aussagen widerlegt wurde.